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Leistungspektrum der Klink


Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie hat sehr umfangreiche Erfahrungen in der Behandlung aller Krebserkrankungen. Besondere Schwerpunkte der Klinik sind:

 

Tumoren des Gehirns



Stereotaktische Radiochirurgie (einmalig Hochpräzisionsbestrahlung) von Hirnmetastasen (Tumorabsiedelungen). Diese Bestrahlung kann in vielen Fällen eine Operation vermeiden, und zwar unabhängig von der Herkunft des Tumors, in anderen Fällen ergänzt sie eine Operation.


Stereotaktische Präzisionsbestrahlung
bei allen Formen eines Meningeoms nach der Operation bei Akustikusneurinomen als Alternative zur Operation bei verschiedenen anderen gutartigen und bösartigen Hirntumoren, auch Hypophysenadenomen, gutartigen Nerventumoren.


Medulloblastom und Pinealoblastom im Kindes- und Erwachsenenalter und andere seltene Gehirntumoren werden in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgischen Universitätsklinik, dem Neurozentrum und der Universitätskinderklinik (Kooperation mit nationalen / europäischen Studiengruppen) mit den modernsten Techniken bestrahlt.


Glioblastom
Nach Operation oder Probeentnahme wird mit einer Kombination aus Strahlentherapie und einem Medikament (z.B. Temodal) behandelt, bei Rückfall kann eine stereotaktische Präzisionsbestrahlung mit 5 Bestrahlungen durchgeführt werden.

 

Tumoren Hals-Mund-Kiefer-Gesichtsbereich


Die Bestrahlung wird in enger Abstimmung mit der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik und der Universitätsklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie mit anderen zuweisenden Kliniken und Fachärzten durchgeführt. Die individuellen Therapieempfehlungen werden in gemeinsamen Konferenzen (Tumorboard) erstellt. Bei operablen Tumoren wird die Strahlentherapie oft nach einer Operation durchgeführt, bei höherem Risiko in Kombination mit einer medikamentösen (Chemo-)Therapie. Nicht operable Tumoren werden in der Regel mit einer Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie behandelt. Für diese Tumoren wird routinemäßig die intensitätsmodulierte dreidimensionale konformale Radiotherapie eingesetzt, womit Langzeitnebenwirkungen vermieden werden können.


Brachytherapie

Bei der interstitiellen Brachytherapie werden in einer kurzen Narkose dünne Plastikschläuche in den Tumor eingeführt. Die radioaktiven Quellen (1 mal 4 mm) werden zweimal am Tag für jeweils wenige Minuten in die Plastikschläuche im Tumor eingebracht. Die Behandlung dauert etwa eine Woche. Die Behandlung ist eine Alternative zur Operation bestimmter kleiner Tumoren und vermeidet die Teilentfernung von Organen, z. B. der Zunge. Auch nach einer Operation wird diese Methode anstatt einer 6 wöchigen Bestrahlung von außen in bestimmten Fällen eingesetzt.

 

Brustkrebs


In allen Fällen muss nach der Operation, auch bei sehr kleinen Tumoren und den Vorstufen (ductales carcinoma in situ), die Brust nachbestrahlt werden. In der Regel wird dabei die ganze Brust und Brustwand bestrahlt. Die Bestrahlung wird nach individuellen Berechungen anhand der Computertomographie der Patientin von außen durchgeführt. Am Universitätskinikum wird eine Bestrahlungsmethode („virtueller Keilfilter“) eingesetzt, die eine noch weitergehende Schonung von Herz und Lungen erlaubt und die Behandlung noch nebenwirkungsärmer macht. Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant und dauert 5-6 Wochen.

Brachytherapie und Teilbrustbestrahlung

Für Patientinnen mit bestimmten Voraussetzungen (sehr kleiner Tumor ohne axillären Lymphknotenbefall und weitere Faktoren) bietet die Klinik im Rahmen einer europäischen Therapiestudie auch eine Teilbrustbestrahlung an. Diese dauert nur ca. 1 Woche und erfolgt stationär. Die Teilbrustbestrahlung wird mittels Brachytherapie durchgeführt. Dabei werden in einer Kurznarkose an die Stelle des entfernten Brusttumors dünne Plastikschäuche von ca 1,5 mm Durchmesser eingebracht, in die zweimal pro Tag für wenige Minuten eine radioaktive Quelle eingebracht wird. Das umliegende Gewebe wird bei dieser Methode besonders geschont.


 

Tumoren der Lunge und der Bronchien


werden entweder operiert und nachbestrahlt oder durch Bestrahlung und gleichzeitige medikamentöse (Chemo-)Therapie behandelt. Nach ausführlichen Untersuchungen, meist in einer Lungenklinik, wird die Entscheidung häufig in einer Tumorkonferenz gefällt. Diese Behandlung wird stationär und ambulant in der Klinik für Strahlentherapie durchgeführt. Ungeklärt ist, ob eine nach der Strahlenbehandlung durchgeführte Chemotherapie die Langzeitheilungschancen verbessert. Diese Frage wird in einer nationalen Therapiestudie in Kooperation mit dem Klinikum Bad Berka untersucht. Die Teilnahme daran wird Patienten vorgeschlagen, ist aber nicht verpflichtend.

Atemgesteuerte („atemgetriggerte“) Bestrahlung wird in Thüringen ausschießlich am Universitätsklinikum Jena durchgeführt. Damit wird die übrige gesunde Lunge erheblich besser geschont und Nebenwirkungen vermieden. Diese Form der Bestrahlung kann in bestimmten Fällen eine Operation ersetzen.

 

Tumoren der Prostata


Nach einer Radikaloperation wegen Prostatakazinom senkt die Strahlenbehandlung in bestimmten Fällen das Rückfallrisiko und erhöht die 5-Jahres-Heilungsrate. Die Strahlenbehandlung wird häufig vom operierenden Urologen bereits empfohlen. Falls das nicht der Fall ist, können Sie sich selbst in der Poliklinik vorstellen, wenn möglich mit Unterlagen über die vorangegangene Operation.

Ist das Operationsrisiko zu hoch oder lehnt ein Patient die Operation ab, bietet die sehr gezielte Bestrahlung der Prostata eine Alternative zur Operation, mit ebenbürtigen langfristigen Heilungschancen. Voraussetzung ist eine sichere Diagnose (Stanzbiopsie durch den Urologen und mikroskopische Begutachtung). Eine alleinige Hormontherapie wirkt häufig nur wenige Jahre und ist der Operation oder Bestrahlung unterlegen.

Alle Bestrahlungen an der Prostata werden in dreidimensionaler konformaler Technik oder als intensitätsmodulierte Bestrahlung (3D-konformale IMRT) durchgeführt. Dadurch wird die Bestrahlung sehr gut vertragen und das Risiko von Langzeitnebenwirkungen deutlich gesenkt.

 

Tumoren des End-(Mast-)darms (Rektumkarzinom)


werden nach ausführlichen diagnostischen Untersuchungen (meist in der Chirurgischen Klinik) in der Regel vor der Operation bestrahlt in Kombination mit einer medikamentösen (Chemo-)Therapie. Die Medikamente verstärken die Strahlenwirkung am Tumor und erhöhen die Heilungsrate und die Wahrscheinlichkeit, bei einer Operation einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden. Die optimale Medikamentenkombination wird in einer nationalen Therapiestudie am Klinikum Jena untersucht. Die Teilnahme daran wird Patienten vorgeschlagen, ist aber nicht verpflichtend.

 

Tumoren des Afters (Analkarzinom)


werden nach ausführlichen diagnostischen Untersuchungen (meist in der Chirurgischen Klinik) in der Regel bestrahlt in Kombination mit einer medikamentösen (Chemo-)Therapie. In über 80% der Patienten kann die Funktion des Schließmuskels erhalten und eine Operation mit künstlichem Darmausgang vermieden werden.

 

Tumoren des Gebärmutterhalses (Cervix-Tumoren)


werden entweder operiert oder durch Bestrahlung und in bestimmten Fällen mit gleichzeitiger medikamentöser (Chemo-)Therapie behandelt. Die Brachytherapie ist eine Bestrahlung durch die Scheide, die wenige Minuten dauert und gezielt auf den Tumor wirkt (“Punktbestrahlung“). Sie wird häufig mit der Bestrahlung von außen kombiniert, weil dadurch die besten Heilungsergebnisse erreicht werden.

 

Tumoren der Haut


Von diesen Tumoren können insbesondere die sog. Basalzellkarzinome (Basaliome) in bestimmten Fällen und nach feingeweblicher Diagnose durch eine oberflächliche Bestrahlung geheilt werden. Tumoren verschiedener Regionen, z. B. an der Nasenregion oder aber auch an anderen Körperstellen, können mit der ambulant durchgeführten Bestrahlung (z. B. 12-20 Sitzungen) oft mit mindestens gleich gutem kosmetischen Ergebnis (Photos vor und drei Monate nach Bestrahlung) behandelt werden wie durch eine plastische Operation.

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Letzte Aktualisierung: 2010-07-22 15:00:40